Tadeusz KantorDer einzige Weg – Im Rahmen der Berlin Art Week
Kunst im öffentlichen Raum, Platz der Märzrevolution, 11. Sept. 2026 – offen
Am Platz der Märzrevolution neben dem Maxim Gorki Theater entsteht eine neue Ausstellungs- und Aufführungsfläche. Sie erweitert das Theater in den öffentlichen Raum und ermöglicht die Präsentation fotografischer, filmischer und textbasierter Arbeiten ebenso wie Live-Übertragungen und performative Interventionen.
Die Wand wird am 11. September 2026 erstmals mit Der einzige Weg aktiviert. Zum Auftakt wird eine Fotografie von Eustachy Kossakowski aus dem Nachlass von Tadeusz Kantor präsentiert. Sie dokumentiert das Panoramic Sea Happening, das Kantor am 23. August 1967 am Ostseestrand von Łazy bei Osieki realisierte. Der Künstler Edward Krasiński dirigierte, auf einem Podest im Wasser stehend, die Wellen des Meeres, während das Publikum im knöcheltiefen Wasser auf Liegestühlen saß.
Die Übertragung der Fotografie auf die Wand bringt diesen historischen Moment in den öffentlichen Raum des Gorki. Kantor löste das Theater aus seinen institutionellen Begrenzungen und verwandelte Strand, Meer, Wind, Publikum und zufällige Passant:innen in Bestandteile einer gemeinsamen Situation.
Eröffnung und Gespräch um 19 Uhr
Zur erstmaligen Aktivierung der Wand am 11. September 2026 spricht Çağla İlk, Intendantin des Gorki, mit Dorota Krakowska, Vertreterin der Tadeusz Kantor Foundation, und Natalia Zarzecka, Direktorin der Cricoteka – Museum für die Dokumentation der Kunst von Tadeusz Kantor. Im Mittelpunkt stehen Tadeusz Kantors Verständnis von Theater, Fragen zu Öffentlichkeit und Archiv sowie die Frage, wie historische künstlerische Materialien in gegenwärtige Arbeitsprozesse überführt werden können.
Filmvorführung
Im Anschluss wird ab 21 Uhr der Film Kantor ist da. Der Künstler und seine Welt von Dietrich Mahlow gezeigt. Der Film entstand im April 1968 in Nürnberg für den Saarländischen Rundfunk und dokumentiert mehrere Happenings, die Tadeusz Kantor im Rahmen der Ausstellung Prinzip Collage in der Kunsthalle Nürnberg realisierte, darunter Anatomie-Stunde nach Rembrandt, Gespräch mit dem Nashorn und Die Große Emballage. Mahlow, damals Direktor der Kunsthalle in Nürnberg, begleitet Kantor in seiner künstlerischen Praxis und macht die Verbindung von Happening, Bildender Kunst und Theater sichtbar. Der Film eröffnet einen unmittelbaren Zugang zu Kantors künstlerischem Schaffen und ergänzt die fotografischen, textlichen und performativen Materialien um ein filmisches Dokument.